SA, 31.08.2019 & SO, 01.09.2019
Filmfestival & Q&A mit Uwe Boll
Einlass: 15.30 Uhr
Tagesticket: 10 € (+Gebühr)
Kombi-Ticket für beide Tage: 16 € (+Gebühr)

film-img Uwebollooza - Filmfestival mit Dr. Uwe Boll

Das Jahr 2019! Die Ausbreitung des Marvel Cinematic Universe ist längst außer Kontrolle geraten. Der nächste Film wird garantiert der letzte sein, die Geschichte ist zu Ende erzählt, außerdem laufen die Knebelverträge aus. Trotzdem lehnt man sich entspannt zurück, denn das Bauchgefühl sagt etwas anderes. Da wird schon noch was gehen, so lange der Rubel weiterhin rollt.
Willem Dafoes Penis hat man mittlerweile häufiger gesehen als seinen eigenen, ob man einen hat oder nicht. Eingebettet in eine schön verschwurbelte, frei interpretierbare Handlung und stark farbreduziert. Unheimlich artsy, Prädikat mindestens wertvoll!
Quentin Tarantino hat seit Jahrzehnten keine originelle Idee mehr gehabt, klaut sich durchs italienische Kino der 60er und 70er und bekommt dafür pures Gold vorne und hinten hineingestopft.
Remakes und Reboots dominieren den Spielplan des Cineplex um die Ecke, obwohl jeder Remakes scheiße findet. Geld wird mit ihnen dennoch jede Menge verdient. In Deutschland sieht es auch nicht besser aus. Matthias Schweighöfer spielt immer denselben Typen in gefühlt hundert Filmen pro Jahr und lässt damit Herzen höherschlagen und Kassen klingeln.
Trotzdem spaltet auch heute noch kaum ein Filmschaffender die Gemüter so sehr wie Uwe Boll. Die meisten Kritiker können nach wie vor nichts mit ihm anfangen, große Teile des Publikums ebenso. Internettrolle, wie immer die lauteste Stimme in jeder Diskussion der Neuzeit, stellten bereits vor mehr als zehn Jahren Petitionen mit dem Ziel online, Boll das Berufsrecht zu entziehen. Uwe Boll aber schiss darauf und lud einige der notorischsten Kritiker herzlich dazu ein, die Sache auszudiskutieren und/oder sich im Boxring ein paar auf die Kauleiste abzuholen. Die Bilder gingen um die Welt. Wer sie nicht kennt, der sollte sich schleunigst auf einer Videoplattform seiner Wahl auf den neuesten Stand bringen.
Filmgeschichte? Ja, definitiv.
Ein Phänomen ist Boll nicht zuletzt deshalb, weil er trotz der schlechten IMDB-Bewertungen seiner Filme – die sind leider für die Ewigkeit - auch oder gerade bei Filmfreunden als „korrekter Dude“ bekannt ist, mit dem man gern mal ein Bier zusammen trinken und quatschen würde. Zu erzählen hat er nämlich jede Menge, denn er hat eine Menge erlebt. Jeder einzelne Audiokommentar von ihm ist Beweis genug dafür. Den Film selbst muss man nicht gut finden, aber mit zugeschaltetem Audiokommentar wird man immer bestens unterhalten. Fakt! Abgesehen davon reden wir hier von den richtig schlechten Filmen von Boll. Die hat es gegeben, keine Frage.
Mittlerweile hat Boll aber eben auch gute Filme gemacht. Filme über Themen, die ihm am Herzen liegen, gespickt mit Sozialkritik, die gern auch mal mit dem Dampfhammer verabreicht wird. Dampfhammer tut manchmal Not, denn Missstände kann man nicht wegbeten. Gute und relevante Filme nichtsdestotrotz, auch wenn die Öffentlichkeit kaum Notiz von ihnen genommen hat, wie übrigens auch von den Themen, die manche dieser Filme behandeln. Darfur-Konflikt? Nie gehört!
Dennoch lässt sich nicht verleugnen, dass selbst Vertreter der Mainstream-Medien sich immer häufiger eingestehen, dass Boll wohl doch nicht der Teufel in Menschengestalt war oder ist, sondern dass man insbesondere die letzten, grob geschätzt, zehn Jahre seines Schaffens eventuell noch mal einer Zweitsichtung unterziehen könnte. Manche der Internettrolle haben anscheinend mittlerweile auch eine Freundin gefunden, der sie ein wenig Zeit widmen möchten, und der eine oder andere ist sicherlich immer noch etwas eingeschüchtert.
Nicht zuletzt weil Wiesbaden eine seiner früheren Wirkungsstätten ist, freuen wir uns, gemeinsam mit Dr. Uwe Boll zum Uwebollooza-Filmfestival einladen zu dürfen. An zwei Tagen werden im altehrwürdigen Tattersall insgesamt sechs ausgewählte Filme aufgeführt, die unserer Meinung nach nicht genug Beachtung gefunden haben und vielleicht sogar mit dem Vorurteil aufräumen, Boll sei der schlechteste Regisseur aller Zeiten.
Beim ausführlichen Q&A an beiden Tagen wird Dr. Boll sich Fans, Schlaumeiern und vielleicht auch Kritikern stellen und gewiss ordentlich aus dem Nähkästchen plaudern. Es steht außer Frage, dass die Kombination von Information und Unterhaltung das Ganze hier zu einer lupenreinen Edutainment-Veranstaltung adelt. Kühle Getränke und Snacks sind Ehrensache, sowohl im Kinosaal selbst, als auch im Café, in dem durchgängig Boll-Filme mit Audiokommentar laufen. Da brat Euch doch mal einer einen Storch! VVK läuft, Spielplan wird in wenigen Tagen bekanntgegeben.

Wir sehen uns! :)